Fiat 500 III (2020): teilautonom und elektrisch

Fiat 500 III (2020)

Komplett neu (O-Ton Fiat), außerdem teilautonom und elektrisch: So feierte der Fiat 500 III (2020) gerade in Mailand große Premiere. Immerhin: Laut FCA ist der neue Cityflitzer immer noch ein echter Cinquecento.


Fiat rollt (irgendwann 2020) den neuen 500 zum Händler. Logisch, dass die dritte Generation in allem besser ist. Und tatsächlich: FCA hat mächtig nachgelegt. Mehr Platz, viele Innovationen, Elektroantrieb (und nichts anderes), dazu teilautonomes Fahren nach Level 2. Als erstes Citycar überhaupt, wie Fiat betont. Apropos: Der neue Fiat 500 das „erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug von Fiat Chrysler Automobiles (FCA)“ überhaupt. Kenner hingegen wissen: Den Fiat 500 gab es schon in Gen2 als Stromer – allerdings nur in Kalifornien und zum Leid des 2018 verstorbenen (Ex)Chefs Sergio Marchionnne. Geld verdiente Fiat mit dem Elektro-500 damals nämlich keines.

Fiat 500 III allein als Elektroauto…

Dennoch steht der neue 500 allein als Stromer im Handel. Bei der Entwicklung standen daher laut FCA Reichweite und Ladezeiten im Fokus. Der E-Antrieb des neuen 500 liefert 87 kW (118 PS), was dem Zwerg durchaus Agilität und Sportlichkeit verleihen sollte. Der Sprint von null auf 50 km/h ist in 3,1 Sekunden geschafft. Die 100-km/h-Marke fällt nach 9,0 Sekunden. Schluss mit Vortrieb ist bei 150 km/h.

Das Laden ist per Schnelllader (DC mit Kabel Mode 4) möglich. Heißt: In fünf Minuten ist genug Strom für 50 km gezapft. Oder laut Fiat für „mehr als die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke“. In rund 35 Minuten ist der Akku zu 80 Prozent gefüllt. Jener Akku (Li-Ion) speichert übrigens 42 kWh. Das wieder reicht dem Fiat 500 III (2020) für bis zu 320 km laut WLTP. Für einen Stadtflitzer ausreichend. Die passenden Ladestationen für daheim will Fiat zudem gleich mitliefern. Konkret die Easy Wallbox, die mit jeder Steckdose á 230 Volt kompatibel ist. Jene Wallbox erlaubt das Laden in der Basisversion mit bis zu 3 kW, die Steuerung ist über Bluetooth möglich. Was die Easy Wallbox kosten soll, ist allerdings noch nicht bekannt.

2020er Elektro-500 kommt mit drei Modi

Bekannt sind dafür drei Fahrstufen im Fiat 500 III (2020):

  1. Normal
    ist quasi der „normale“ Modus, in welchen der Italo-Zwerg wie ein (O-Ton FCA) „herkömmliches Fahrzeug“ mit Verbrenner fährt.
  2. Range
    erlaubt dagegen das Fahren nur mit dem Gaspedal. Löst der Fahrer das Pedal, bremst der Fiat 500, ohne dass hierzu das Bremspedal betätigt werden muss. Für den kompletten Stillstand ist das Bremspedal aber doch noch nötig.
  3. Sherpa
    ist schließlich auf die größtmögliche Reichweite ausgelegt. Um zum Beispiel ein ins Navi eingegebenes Ziel oder die nächste Ladestation zu erreichen. Entsprechend begrenzt der Modus das Tempo auf max. 80 km/h oder setzt Befehle des Gaspedals besonders sanft um. Außerdem schaltet der Modus typische Verbraucher wie Klima oder Sitzheizung aus. Auf Wunsch sind diese aber wieder zu aktivieren.

Fiat 500 2020 fährt auf Wunsch teilautonom

Der neue 500 setzt allerdings nicht nur beim Antrieb neue Ideen um, sondern überhaupt beim Fahren. Als erstes Modell unter den Cityflitzern fährt der Fiat 500 III (2020) teilautonom nach Level 2. Hierbei helfen

  • diverse Kameras zur Überwachung von Längs- und Querachse
  • die Intelligente Adaptive Geschwindigkeitsregelung (intelligent Adaptive Cruise Control iACC), welche bremst oder beschleunigt und dabei sowohl andere Fahrzeuge wie auch Biker und Fußgänger berücksichtigt
  • der Spurhalteassistent (Lane Centering), welcher den Wagen in der Mitte der Fahrspur hält. Zumindest, wenn diese durch Linien exakt definiert ist.
  • der Intelligente Geschwindigkeitsassistent, der Schilder für Tempolimits erkennt und auf diese entsprechend hinweist
  • ein weiter entwickelte Totwinkel-Assistent (Urban Blind Spot) mit Ultraschallsensoren zum Erkennen von Objekten eben im toten Winkel der Außenspiegel
  • ein Müdigkeitsassistent (Attention Assist)
  • das Kamerasystem „360° Drone-View“, welches das Fahrzeug zum Beispiel beim Einparken in Vogelperspektive zeigt

Fiat 500 III (2020)

Neuer Cinquecento ist voll vernetzt

Davon ab ist die dritte Generation des Fiat 500 voll vernetzt. Kein Wunder, setzt der Mini doch auf das Infotainment Uconnect 5, dessen Betriebssystem Android Automotive „nahezu unbegrenzt individualisierbar“ ist. So ist beispielsweise die grafische Darstellung mit Widgets frei zu gestalten. Außerdem ist Uconnect 5 mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel. Typische Smartphone-Apps sind über den Touchscreen in 10,25 Zoll (26 cm ) sowie im Widescreen-Format 16:9 zu steuern.

Konnektivität garantieren schließlich (in Kombi mit dem Telematic Box Modul und über dem automatischen Notruf hinaus)

  • My:Assistant (Kontakt zum Service, Pannendienst etc.)
  • My:Remote (Abfrage Akkustand, Steuerung von Ladefunktionen über das Smartphone, Ortung des Fahrzeugs, Öffnen und Schließen der Türen, Aktivierung von Licht oder Klimaanlage)
  • My:Car (Infos zu Reifendruck und Co., Termine für Inspektion)
  • My:Navigation (Infos zu Wetter und Verkehr, Übertragung und Erstellung von Routen samt Berücksichtigung von Ladestationen)
  • My:Wi-Fi (mobiler Hotspot für bis zu acht Endgeräte sowie Sprachbefehle)
  • My:Theft Assistance (Info und Wiederfinden bei Diebstahl)

Sämtliche Dienste kann der Fahrer auf dem Smartphone und somit quasi aus der Ferne nutzen. Mehr noch: Ist der Akku des Smartphones leer, ist das Laden per Induktion und somit ohne möglich.

Der Fiat 500 III bleibt ein 500…

Möglich macht das Ganze übrigens eine neue Plattform. Optisch hingegen ändert sich eigentlich nicht viel. Auf den ersten Blick schaut Gen3 aus wie der Vorgänger. Ebenso wie auf den zweiten. Erst auf den dritten Blick fallen Änderungen auf, die sich jedoch eher auf Details beschränken. Die Karosserie ist dezent größer. Konkret jeweils 6 cm breiter und länger. Der Radstand legt um 2 cm zu.

Statt einem Fiat-Logo prangt nun die Zahl 500 in der Front, welche zudem von zwei Zierleisten eingefasst ist. Auch im Heck ist eine 500 angebracht, hier – in Anlehnung an den E-Antrieb – ergänzt um ein E. Wegen dem E-Antrieb ist übrigens der Grill gestrichen. Überhaupt ist die Front vertikaler gehalten und an den 1957er „Nuova Cinquecento“ angelehnt. Bei den typisch runden Scheinwerfern bleibt es, allerdings sind diese höher platziert und mit einer neuen Signatur gepimpt. Die Türgriffe sind in der Karosserie versenkt, das Schließen erfolgt elektrisch.

Fiat 500 III (2020)

Das Interieur ist ebenfalls komplett neu. Die Armaturentafel ist schlanker, dafür in die Breite gezogen. Die weggefallene Schalthebelkonsole schafft Platz für modulare Ablagen zwischen den vorderen Sitzen. Knöpfe zur Bedienung sind minimiert, womit der Innenraum durchdachter und aufgeräumter wirkt. Wie schon bei 500 Hybrid und Panda Hybrid bestehen die Sitzbezüge mitunter aus dem Recycling-Material Seaqual, sonst aus Eco-Leder.

Marktstart als Cabrio 500 „la Prima“

Zum Marktstart ist der neue 500 allein als Cabrio sowie spezielle Opening Edition „la Prima“ zu haben. Lackiert in Mineral Grau Metallic, Ozean Grün oder Himmel Blau bringt das Open-Air-Sondermodell natürlich diverse Extras mit. Unter anderem Scheinwerfer mit LED-Technologie, Sitzbezüge in Eco-Leder, Leichtmetallräder in 17 Zoll und einem Diamant-Finish sowie Chromeinsätze an Fenstern und den seitlichen Zierleisten.

Die ersten 500 Modelle des Fiat 500 „la Prima“ enthalten außerdem einen 85-kW-Schnelllader, ein Softtop mit Fiat-Monogramm oder eine Plakette mit der Produktionsnummer. Ebenfalls inklusive sind die Assistenten zum autonomen Fahren, Rückfahrkamera, Lichtsensor und Fernlicht-Assistent oder eine elektrische Parkbremse. Reservierungen sind ab sofort möglich, der Preis der Edition beträgt 37.900 Euro – inklusive der Easy Wallbox.

Was das reguläre Serienmodell des Fiat 500 III (2020) kosten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Um die 30.000 Euro dürften es aber schon sein.

Bilder & Video: Fiat

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