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Pickup Trucks: Aus dem Wilden Westen nach Europa

Auf den deutschen Straßen sind immer mehr Pickups zu sehen. Fast 20.000 Modelle wurden allein 2016 neuzugelassen. Dabei geht der Hype um die Pritschenwagen in Mitteleuropa erst jetzt so richtig los.

Ford Ranger 2016

12,8 Prozent, um so viel wuchs das Segment der Pickups anno 2016. Doch warum sind diese bulligen Fahrzeuge bei uns plötzlich so beliebt? Vielleicht mutet den Riesen einfach ein Hauch Abenteuer an. Vielleicht sind aber auch schlicht die praktischen Vorteile, die Pickups bieten. Lange bevor Pickups auf den mitteleuropäischen Straßen zu sehen waren, kannten die meisten sie wohl aus dem Fernsehen. Auf nahezu jeder Farm in den USA sind die Pritschenwagen quasi Tradition. An ein alltagstaugliches Fahrzeug war zu Beginn der Pickup Trucks - so die Bezeichnung in den Staaten - aber noch lange nicht zu denken. Heute sieht man die „Trucks“ dagegen quasi an jeder Ecke.

Pickup Trucks: Entwicklung und Geschichte

Doch von vorn: Was ist ein Pickup nun genau? Kurz und knapp: Ein Pickup ist in der Regel ein (meist) geländetaugliches Fahrzeug mit einer ebenen Ladefläche. Diese Fläche wird als Pritsche bezeichnet. Somit ist wohl prompt klar, warum Pickups hierzulande als Pritschenwagen bekannt sind. Wobei: Nach strenger Definition ist bei einem echten Pritschenwagen die Ladefläche nach einer oder sogar beiden Seiten kippbar. Eben das ist bei Pickups nicht der Fall ist. Richtige Pritschenwagen sind jedenfalls meist Nutzfahrzeuge, die zu den ältesten Fahrzeugen überhaupt zählen. Der Ursprung dieser Aufbauart stammt vermutlich von Kutschen, die über Jahrhunderte hinweg genutzt wurden.

Die Geschichte der Pickups ist hingegen deutlich kürzer. Hier ein kleiner Zeitraffer:

  • 1913: erste Verwendung des Begriffs in den USA von Studebaker
  • gleiches Jahr: die Galison Allsteel Body Company baut einen Pickup auf Basis des Ford T
  • 1924: Dodge bringt als erster Hersteller ein eigenes Pickup-Modell auf den Mark
  • 1925: der erste Ford Model T Runabout with Pickup Body rollt vom Band
  • 1932: Chevrolet folgt mit einem eigenen Modell

Und Europa? Hier wurden die ersten Pickups ebenfalls auf Basis eines Pkw gebaut. Zu den ersten Modellen zählte zum Beispiel der VW Caddy auf Basis des VW Golf. Wobei der VW-Pickup eigentlich für die USA entwickelt war. In der früheren DDR baute man wiederum den Wartburg 353 (unter anderem) als Pickup Truck. Beliebt war dieser vor allem in Ungarn. Peugeot bediente den Markt in Frankreich, wo Pickups ab den 1970ern populär wurden. Besonders natürlich auf dem Land.

Warum sind Pickups heute so beliebt?

Der Ursprung der Pickup Trucks geht jedenfalls auf Nutzfahrzeuge zurück, die für Farmen in den Vereinigten Staaten gedacht waren. Der wohl größte Pluspunkt der Fahrzeuge: die große und ebene Ladefläche. Bis heute typisch für einen Pickup. Kein Wunder also, dass Pickups damals ebenso wie heute geradezu ideal zum Transport von Lasten sind. Pickup-Fahrer schätzen zudem die Tatsache, dass die Ladefläche völlig getrennt von der Fahrerkabine ist. Vorteil: Der Innenraum bleibt sauber, die Ladefläche lässt sich relativ leicht reinigen.

Toyota Hilux 2016

Je nach Auskleidung lässt sich Schmutz ganz einfach mit dem Gartenschlauch oder einem Hochdruckreiniger entfernen. Das ist durchaus clever. Denn die offenen Ladeflächen verschmutzen selbst dann recht schnell, wenn nichts geladen ist. Die in der Regel offene Fläche ist nämlich jederzeit Wind und Wetter ausgesetzt. Es lohnt daher, in Offroad Zubehör für Pick Up´s von Ford Ranger bis VW Amarok zu investieren. Einen Aufbau bzw. eine Abdeckung für die Ladefläche gibt es quasi für alle Modelle. Egal ob Ford Ranger (Bild oben), Toyota Hilux (Bild Mitte) oder VW Amarok. In Online-Shops erhält man außerdem weiteres Zubehör. Zum Beispiel:

  • spezielle Felgen,
  • Windabweiser für die Seitenscheiben,
  • Offroad-Stoßstangen und Kuhfänger,
  • Lufthutzen für die Motorhaube,
  • Ladekantenschutz,
  • Überrollbügel,
  • Zusatzscheinwerfer und und und.

Durch solches Zubehör können Pickup-Fahrer ihren „Truck“ ein ganz individuelles Aussehen verpassen. Neben ihrer großen Ladefläche punkten Pickups übrigens auch mit einer meist recht hohen Anhängelast. Typisch Arbeitstier halt. Aus diesem Grund sind die Fahrzeuge jedenfalls auch (und besonders) bei Pferdebesitzern beliebt. Die starken, schweren Pickup Trucks ziehen einen Anhänger mit zwei großen Pferden ohne Probleme. Dazu kommen die hohe Sicherheit - allein wegen der bulligen Bauart - und die gute Rundumsicht. Zumal mittlerweile dank der heutigen Technik auch der Fahrkomfort enorm ist.

Pickup Trucks: Gibt es auch Nachteile?

Sicher. Pickups können wie gesagt schwere Lasten ziehen und transportieren. Dafür ist jedoch ein starker Motor nötig. Entsprechend zahlt man für Pickups eine höhere Kfz-Steuer. Darüber hinaus muss man natürlich mit einem höheren Verbrauch rechnen als bei einem kleinen Stadtflitzer. Gewöhnungsbedürftig ist zudem, dass wegen dem speziellen Aufbau der Schwerpunkt eines Pickups (ohne Ladung) auf der Vorderachse liegt. Das Handling ist also ganz anders als bei einem normalen Pkw.

Apropos: Zwar zählen Pickups zu den besonders großen Fahrzeugen. Allerdings sind die Trucks nach wie vor auf den Transport von Lasten denn Personen ausgelegt. Entsprechend „eng“ könnte ein Pickup ausfallen. Wobei die Versionen mit Double Cab ebenfalls fünf Personen Platz bieten. Und das recht großzügig. Dann aber mit kleinerer Ladefläche. Mit einem Van oder manchen SUV, der mittels einer dritten Sitzreihe bis zu sieben Insassen erlaubt, kann jedoch kein Pickup mithalten. In der Stadt dürfte schließlich die Suche nach einem Parkplatz mitunter problematisch sein. Ebenso wie das Rangieren in so manch beengter Tiefgarage oder Parkhaus.

Bild: Ford, Toyota

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